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Das Thema "Steuer" mag keiner so richtig, darf hier aber auch nicht vergessen werden. Wenn Sie aber mit Ihrer Photovoltaikanlage zum Stromproduzenten werden, beginnt auch das Interesse des Finanzamtes.

In der Regel nutzt man nicht den gesamten Strom der Photovoltaikanlage. Ein gewisser Anteil vom erzeugten Strom wird in das Netz eingespeist - also verkauft. Genau das ist aber eine gewerbliche Tätigkeit!

Da Sie also aus Sicht der Steuerbehörden einer gewerblichen Tätigkeit nachgehen fallen Steuern an. Welche sind das?

Der Begriff "gewerbliche Tätigkeit" hat zwei getrennte Anwendungen!
Ordnungsrecht bzw. Gewerberecht: Ein Gewerbeschein von der Gemeinde wird erst dann nötig, wenn man mehrere Solaranlagen betreibt und Strom "vermarktet"
Steuerrecht: Im Steuerrecht wird auf die "gewerbliche Tätigkeit" Steuer fällig. Das hat aber nichts mit einem Gewerbeschein zu tun!

1. Diese Steuern fordert das Finanzamt von Photovoltaikanlagen

Es gibt zwei Arten Steuer, die im Zusammenhang mit Ihrer Stromerzeugung relevant werden:

  1. Ertragssteuer
  2. Umsatzsteuer

Diese beiden Steuern müssen komplett getrennt betrachtet werden - hier sind sogar unterschiedliche Beamte in der Behörde zuständig! 

Ertragssteuer und Umsatzsteuer sind also zwei komplett unterschiedliche Themen! Dazu hier eine Infografik und gleich darauf die genauen Erklärungen.

Steuern und Finanzamt bei Photovoltaikanlagen

Download der Infografik als PDF zum Ausdrucken.

1.1. Ertragssteuer

  • Wenn Ihre Anlage auf 20 Jahre gesehen einen Gewinn erzielen wird, dann fordert der Staat auf die Gewinne die Ertragssteuer.
  • Wenn Ihre Anlage auf 20 Jahre gesehen Verluste erzielen wird, dann bezeichnet das Finanzamt Ihre Photovoltaikanlage als Liebhaberei. Sozusagen also als Hobby.

Warum dieser Unterschied? Ganz einfach:

  • Wenn die Anlage Gewinne erzielt, möchte der Staat gerne durch Steuern mitverdienen.
  • Wenn die Anlage Verluste erzielt, hat der Staat aber keine Lust Steuern zu erstatten - deswegen wird die Anlage dann kurzerhand als Liebhaberei bezeichnet und das Finanzamt ist fein raus.

Wie errechnet man den Gewinn oder Verlust?

Grob gesagt geht es darum, ob auf 20 Jahre gerechnet die Einnahmen durch den Stromverkauf größer sind als die Kosten der Anlage  (Anschaffungskosten + Betriebskosten).

Da man Einzelheiten wie Degression, Finanzierung, Abschreibung etc. beachten muss, wird die Kalkulation von Ihrer Solarfirma professionell erstellt und kann dann dem Finanzamt vorgelegt werden. 

Auf der Webseite des "Sonnenkraft-Freising e.V." gibt es für 10,00€ auch ein Excel-Tool zur Kalkulation der Anlage. 

1.1.1. Ertragssteuer vermeiden

Empfehlenswert ist es für Privatpersonen meist, die Anlage so auszulegen, dass auf 20 Jahre ein Totalverlust eintritt. Das klingt zwar erst einem schlimm, ist es aber überhaupt nicht!

  • Sie vermeiden so, dass Ertragssteuer anfällt
  • Sie sparen sich Papierkram für das Finanzamt
  • Der Totalverlust bedeutet in keinster Weise, dass Ihre Anlage unrentabel ist!!
    Der Eigentliche Spareffekt tritt ja dadurch ein, dass Sie Ihren Strom in Zukunft deutlich günstiger selber herstellen, als Sie diesen einkaufen würden!

1.2. Umsatzsteuer, Regelbesteuerung oder Kleinunternehmerregeleung

Als zweiten Bereich gibt es die Umsatzsteuer. 

Da Sie dauerhaft Strom verkaufen, sieht das Finanzamt das korrekterweise als gewerbliche Tätigkeit. Deshalb fällt normalerweise Umsatzsteuer an. 

Die Einnahmen aus der Einspeisung von Strom aus einer Photovoltaikanlage in das öffentliche Netz sind also steuerpflichtig.

Es gibt zwei Möglichkeiten, zwischen denen Sie wählen können:

  • Sie melden sich als Kleinunternehmer an
  • Oder Sie wählen die Regelbesteuerung

1.2.1. So funktioniert die Kleinunternehmerregelung

Der Betreiber einer Photovoltaikanlage kann sich beim Finanzamt als Kleinunternehmer registrieren lassen.

PV-Module FinanzamtDie Voraussetzungen dafür: bei Betriebseröffnung wird der Gesamtumsatz der Photovoltaik für das Gründungsjahr kleiner als 17.500€ geschätzt und im Folgejahr wird der Umsatz kleiner als 50.000€ geschätzt. Wenn diese Bedingungen gegeben sind, kann das Unternehmen umsatzsteuerrechtlich als Kleinunternehmen geführt werden.

Es gibt sowohl negative als auch positive Konsequenzen der Kleinunternehmerregelung.

Der wohl größte Nachteil ist, dass man die Umsatzsteuer, die für Anschaffung, Wartung und Reparatur der Anlage anfällt, nicht beim Finanzamt geltend machen kann. Dies macht einen erheblichen Kostenfaktor aus, der zur Rentabilität der Anlage beitragen kann.

Der Vorteil der Kleinunternehmerregelung ist die einfache Handhabung. Die Formalitäten sind weniger anspruchsvoll. Auf die Umsätze aus der Solaranlage wird keine Steuer erhoben. Die Rechnungen an den Netzbetreiber über die Einspeisevergütung dürfen zum Beispiel keine Umsatzsteuer enthalten. Für das Finanzamt muss lediglich eine Einnahme-Überschuss-Rechnung erstellt werden.

1.2.2. So funktioniert die Regelbesteuerung

Von Experten wird die zweite Variante - die Regelbesteuerung empfohlen! 

Wenn Sie auf die Kleinunternehmerregelung verzichten, gelten Sie hiermit beim Finanzamt als Unternehmer. 

Nachteile:

  • Sie müssen dann zusätzlich zur Einspeisevergütung eine Umsatzsteuer erheben, die später an das Finanzamt abgeführt wird.
  • Geringer Mehraufwand für die Umsatzsteuererklärung

Vorteile:

  • höhere Rendite
  • Sie können die Steuer (Umsatzsteuer) für den Kauf der Photovoltaik-Anlage zurückerhalten. 
  • Sie können die Steuer der Betriebskosten der Anlage zurückerhalten.

Alle Ausgaben, die durch den Betrieb der Photovoltaikanlage entstehen, sind Werbungskosten. Dazu zählen unter anderem laufende Betriebskosten der Anlage, die Kosten für die Wartung oder Reparatur, Finanzierungs- und Versicherungskosten sowie die Kosten für eine Stromzählermiete und die Anschaffungskosten. Die Anschaffungskosten können die Nutzer über 20 Jahre abschreiben.

Nach 60 Monaten können Sie die Besteuerungs-Art der Anlage wieder ändern und in die Kleinunternehmer-Regelung wechseln. Vorteil ist, dass Sie in den ersten 5 Jahren die Vorsteuer der Anschaffungskosten gespart haben! Mit diesem Timing erhalten Sie in der Regel die beste Rendite Ihrer Photovoltaikanlage!

1.2.2.1 Umsatzsteuer-Voranmeldung der Photovoltaikanlage

Wenn Sie sich dafür entschieden haben, auf die Kleinunternehmerregelung zu verzichten und die Vorteile der Vorsteuer-Rückerstattung zu nutzen, müssen Sie in den ersten beiden Jahren nach Inbetriebnahme der Photovoltaik monatlich eine Umsatzsteuer-Voranmeldung beim Finanzamt abgeben. Die sich daraus ergebende Steuervorauszahlung ist bis zum 10. Tag des Folgemonats an das Finanzamt zu zahlen.

Die regelmäßige Übermittlung der Umsatzsteuer-Voranmeldung kann auf dem elektronischen Wege erfolgen, zum Beispiel mithilfe des Programmes „ELSTER“, welches Sie beim Finanzamt oder im Internet als Download kostenfrei bekommen. 

Das Finanzamt legt für die folgenden Jahre je nach Umsatzsteueraufkommen größere Abgabezeiträume fest. Bei einem Umsatzsteueraufkommen bis 512 € pro Jahr genügt eine Umsatzsteuererklärung am Ende des Jahres. Dies trifft auf Photovoltaik-Anlagen bis etwa 6 kW zu. Für den Anlagenbetreiber entsteht durch die Umsatzsteuererhebung keine zusätzliche finanzielle Belastung. Die Umsatzsteuer wird dem Stromabnehmer zusätzlich zur gesetzlichen Einspeisevergütung in Rechnung gestellt.

In der Umsatzsteuer-Voranmeldung müssen Sie den Nettobetrag als Bemessungsgrundlage sowie die darauf entfallende Steuer mit dem vollen Mehrwertsteuersatz getrennt ausweisen. Die für die Anlagenerrichtung und deren Wartung ausgewiesene Mehrwertsteuer kann als abziehbarer Vorsteuerbetrag als Rückforderung geltend gemacht werden. Einige Finanzämter verlangen die Vorlage eines Einspeisevertrags zur Anerkennung der Unternehmereigenschaft. Laut § 12Abs. 1 EEG ist kein Einspeisevertrag erforderlich. Darauf sollte Sie in diesem Fall verweisen.

1.3. Photovoltaik Abschreibung

Für diese können drei verschiedene Formen der Abschreibung genutzt werden:

  • Schreiben Sie 20 Jahre lang je 5% des Nettowerts ab (falls das vorher genutzt wurde - nach Investitionsabzug und Sonderabschreibung)
  • Investititionsabzug: (für kleinere bis mittlere Betriebe) Schreiben Sie 40% des Netto-Verkaufspreises sofort ab.
  • Sonderabschreibung: (zur Steuergestaltung für Gewerbebetriebe) Schreiben Sie 20% des Netto-Verkaufspreises innerhalb der ersten 5 Jahre ab.

Falls Sie von "degressiver Abschreibung" gelesen haben:
Diese wurde zum 1. Januar 2011 abgeschafft. Also einfach vergessen!

1.3.1. Lineare Abschreibung Ihrer Photovoltaikanlage

Das hierfür genutzte Kürzel Afa bedeutet "Absetzung für Abnutzung".
Kurz gesagt werden bei dieser Abschreibung die Anschaffungskosten auf die Nutzungsdauer umgelegt.

Nutzungsdauer: Wird auf 20 Jahre geschätzt, was auch aus der Laufzeit der Einspeisevergütung hervorgeht. Die Afa-Tabelle des Bundesministeriums der Finanzen nutzt diese Zeitangabe bei der Berechnung des Wertverlust einer Photovoltaikanlage (Punkt 3.1.6).

Bei 20 Jahren können also jährlich 5% der Anschaffungskosten abgeschrieben werden.
Falls Sie die Anlage nicht genau im Januar angeschafft haben, wird im ersten und letzten Jahr die Abschreibung anteilig auf die Monate gerechnet.

1.3.2. Investitionsabzug

  • Gilt für: kleinere und mittlere Betriebe
  • Mit Steuerberater klären, ob Sie Anspruch haben
  • muss ein bis drei Jahre vor der Anschaffung geltend gemacht werden

Er kann bis zu 40% der voraussichtlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten eines beweglichen abnutzbaren Wirtschaftsgutes betragen.

1.3.3. Sonderabschreibung

Im Jahr der Anschaffung oder in einem der vier Folgejahre können kleinere und mittlere Unternehmen insgesamt 20% der Kaufsumme in einer Sonderabschreibung geltend machen.

In diesem Zeitraum kann die Verteilung der 20% frei gewählt werden z.B.

  1. Jahr 2%
  2. Jahr 9%
  3. Jahr 7%
  4. Jahr 1%
  5. Jahr 1%

Vorteil ist, die Abschreibung der Photovoltaikanlage in Jahre höherer steuerlicher Belastung zu legen – bzw. (falls gegeben) in Jahre, in denen die Gewinnminderung Ihnen einen günstigeren Steuersatz verschafft.

Wichtiger Hinweis: Alle Angaben zu steuerlichen Angelegenheiten, die auf Solaranlagen-Portal.de erwähnt werden, sind ohne Gewähr. Für eine steuerrechtliche Beratung empfehlen wir einen Steuerberater zu kontaktieren.

2. Gewerbeanmeldung & gewerbliche Tätigkeit

Noch einmal müssen wir hier trennen zwischen:

  • einer Gewerbeanmeldung beim Ordnungsamt
  • der Anmeldung beim Finanzamt wegen der Steuern (hier geht es um eine gewerbliche Tätigkeit)

Klingt fast gleich - aber es ist nicht das gleiche gemeint!

2.1. Gewerbeanmeldung beim Ordnungsamt 

Wer eine kleine Photovoltaikanlage auf seinem privaten Wohnhausdach installieren möchte, benötigt keine Gewerbeanmeldung beim ordnungsamt. Was heißt "klein"? In diesem Zusammenhang werden PV-Anlagen mit einer Modulfläche bis ca. 30m2 als klein bezeichnet. Solchen kleinen Anlagen wird eine fehlende Gewinnabsicht unterstellt. Natürlich möchte man mit seiner Photovoltaikanlage Stromkosten sparen und für den in das öffentliche Netz eingespeisten Solarstrom Geld erhalten. Allerdings wird dies bei kleinen PV-Anlagen als "geringfügige gewerbliche Tätigkeit" gewertet und daher als Bagatellfall angesehen. Darüber hinaus wird berücksichtigt, dass erst nach einer über einige Jahre dauernden Refinanzierungsphase ein Kostenüberschuss erwirtschaftet wird. Aus diesen Gründen wird bei kleinen Photovoltaikanlagen keine Gewerbeanmeldung gefordert.

Ob eine Gewerbeanmeldung gefordert wird, hängt im Grunde von zwei Kriterien ab:

  • der Größe der Photovoltaikanlage
  • und der Nutzungsart des Gebäudes oder der Solaranlage.

Mittlere bis größere Photovoltaikanlagen - auch auf dem privaten Wohnhaus - erzeugen weit mehr Strom als benötigt wird, so dass man ein Gewinnstreben unterstellen kann. Wer will kann hier also von einem Photovoltaik Gewerbe sprechen. Aber muss direkt eine Anmeldung erfolgen?

Große Photovoltaikanlagen auf gewerblich genutzten Gebäuden benötigen immer eine Photovoltaik-GewerbeanmeldungBei größeren Anlagen ist eine Einzelfallentscheidung anhand einer vorgelegten langfristigen Ertragsprognose des Ordnungsamtes erforderlich. Hierzu wurde die Auffassung formuliert, dass in der Anfangsphase, in der keine Gewinne erzielt werden, eine Gewerbeanmeldung nicht in Betracht kommt, sondern erst, wenn der erstrebte Gewinn die eigenen Kosten deutlich überschreitet.

Soll eine Photovoltaik-Anlage auf einem gewerblich genutzten Gebäude angebracht werden, wird eine Gewerbeanmeldung kaum zu umgehen sein. Auch wird man nur schwerlich eine fehlende Gewinnabsicht begründen können, wenn man eine Photovoltaikanlage auf einem fremden Gebäude installiert.

2.2. Anmeldung der gewerblichen Tätigkeit beim Finanzamt

Da Sie mit Ihrer Photovoltaik-Anlage Einnahmen aus der Vergütung der Einspeisung erzielen wollen, müssen Sie das Finanzamt über Ihr "Unternehmen" informieren. Die Steuerarten hatten wir ja weiter oben beschreiben!

Um den dies erstmals zu erfassen, füllen Sie den „Betriebseröffnungsbogen“ zur steuerlichen Erfassung einer gewerblichen Tätigkeit beim Finanzamt aus. Der Betreiber bekommt vom Finanzamt eine Steuernummer für den Anlagenbetrieb. Lassen Sie sich vor dem Bau Ihrer Photovoltaik-Anlage von dem zuständigen Finanzamt eingehend beraten, da die steuerliche Beurteilung im Einzelfall den örtlichen Finanzbehörden obliegt.

Wichtiger Hinweis!
Die Gewerbeaufsicht ist in Deutschland nicht bundeseinheitlich geregelt, so dass örtliche Unterschiede auftreten können. In der Regel ist ein Gewerbeaufsichtsamt immer für einen bestimmten Bezirk zuständig. Ein Blick auf die Webseite der jeweiligen Behörde oder auch eine freundliche telefonische Nachfrage, lösen sicherlich mancherlei Unsicherheit in Bezug auf die Photovoltaik-Gewerbeanmeldung ... diesen Tipp geben wir übrigens allen zukünftigen Photovoltaikanlagen-Besitzern.
Contact Person Autor des Artikels: Jascha Schmitz - Redakteur der Umweltportale: Solaranlagen-portal.de | Ihr-BHKW.de | Ihre-Waermepumpe.de | klaeranlagen-vergleich.de